Presseschau im Mai 2003 (Teil 1)

 

Pressemitteilung der GAL-Bürgerschaftsfraktion
15. Mai 2003

Senat kippt Integration an Schulen

GAL-Fraktion fordert Erhalt der erfolgreichen Integrierten Haupt- und Realschulen

Die Vorsitzende der GAL-Fraktion Christa Goetsch hat Schulsenator Lange in einem Brief aufgefordert, die erfolgreichen Integrierten Haupt- und Realschulen zu erhalten. Hintergrund ist die faktische Abschaffung dieser Schulform durch das neue Lehrerarbeitszeitmodell des Senates. "Ohne jede Diskussion wird ein pädagogischer Erfolg und mit ihm die zehnjährige Arbeit und das große Engagement vieler Lehrer und Eltern zerstört", erklärt Goetsch.

In Hamburg gibt es bislang 16 Integrierte Haupt- und Realschulen. Noch im Sommer vergangenen Jahres hatte Senator Lange angekündigt, sie mit der Novellierung des Hamburger Schulgesetzes in den Status von Regelschulen überführen zu wollen. Davon ist heute keine Rede mehr.

Die wissenschaftliche Bewertung des Schulversuchs hatte ergeben, dass diese Schulen im Vergleich zur Hauptschule schwächere Schüler wesentlich besser fördern. Gleichzeitig ist keinerlei Nachteil für leistungsstärkere Schüler im Vergleich zur Realschule festzustellen. Insgesamt wird die Quote der Sitzenbleiber halbiert. Mit dem Lehrerarbeitszeitmodell des Senats werden allein in den Klassen 7 11 jede Woche pro Klasse 3,5 Stunden fehlen. "Damit ist das Integrationskonzept nicht zu machen", erklärt Goetsch.

Das Aus für die IHR-Schulen ist nicht die einzige Maßnahme des Senates gegen die Integration an Hamburgs Schulen. So soll der Grundsatz der Integration aus 3 Absatz 1 des Schulgesetzes gestrichen werden. Stattdessen sollen die SchülerInnen früher und besser sortiert werden. Die Integrativen Regelklassen in den Grundschulen sollen im Schulgesetz ( 12) nicht als Regelangebot verankert werden. Eine neue Konzeption gibt es nicht. Der Schulversuch Sechsjährige Grundschule soll beendet und nicht wie geplant wissenschaftlich ausgewertet werden. Außerdem mussten bei der Kürzung der Lehrerstellen die Gesamtschulen bisher die Hauptlast tragen. Es häufen sich zudem Hinweise aus den Schulen, dass die integrativen Maßnahmen ab Klasse 5 zum neuen Schuljahr personell unterversorgt sein werden.

Pressestelle der GAL-Bürgerschaftsfraktion
Brigitte Köhnlein

 

 

260 Lehrer weniger
Langes Stellenstreichungen gefährden schulisches Angebot

An Hamburgs Schulen sind derzeit 260 Lehrerstellen weniger besetzt als zu Beginn des Schuljahres. Laut Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Schulpolitikerin Britta Ernst (Drucksache 17/2653) gab es Anfang Mai 13.714 besetzte Lehrerstellen. Am 1. August 2002 waren es noch 13.974 gewesen. "Das belegt einmal mehr Langes Lehrerlüge", sagte Ernst. Die durch die Stellenstreichungen zugespitzte Personalsituation stelle die Schulen vor große Probleme bei der Unterrichtsversorgung und anderen schulischen Angeboten.
Schulsenator Rudolf Lange belaste die Schulen mit zusätzlichen Aufgaben wie dem Abitur nach zwölf Jahren und der dritten Sportstunde, streiche ihnen aber gleichzeitig die dafür nötigen Lehrerstellen, sagte Ernst. "Damit wird auch das neue Lehrerarbeitszeitmodell als reines Sparmodell entlarvt."
Angesichts steigender Schülerzahlen werde sich die Lage weiter verschärfen, sagte Ernst. Zum Ende der Wahlperiode würden in Hamburg rund tausend Lehrerstellen fehlen. "Diese Lücke will Lange auch dadurch schließen, indem die einzelnen Lehrer mehr arbeiten sollen", sagte Ernst. "Diese Rechnung kann nicht aufgehen." Damit würden auch die richtigen Ansätze im neuen Lehrerarbeitszeitmodell zerstört.
Ernst forderte Lange auf, den Lehrerstellenplan zu korrigieren und zusätzliche Lehrer einzustellen. Das neue Modell zur Lehrerarbeitszeit solle entsprechend der Empfehlung der Lehrerarbeitszeitkommission zurückgestellt werden, um eine ausführliche Beratung zu ermöglichen und es anschließend ohne Einsparungen umzusetzen.
Ernst: "Durch die Stellenstreichungen und die überhastete Einführung des Lehrerarbeitszeitmodells trägt Lange die Verantwortung für die miserable Stimmung an Hamburgs Schulen und die hitzige Diskussion über Klassenreisen, Sportwettkämpfe und andere schulische Angebote."

Diese Email wurde Ihnen geschickt von der SPD-Bürgerschaftsfraktion Hamburg.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter
http://www.spd-fraktion-hamburg.de
Oder Sie fragen
Ivo Banek
Pressesprecher
Rathausmarkt 1
20095 Hamburg

 

zurück ...